Tanzsportteam Göttingen

Pressespiegel
Ein guter vierter Platz
Montag, den 07. Februar 2011 um 08:02 Uhr
Geschrieben von: Frank Beckenbach

Extra Tip vom 6. Februar 2011

20110206extratipGanz besonders glücklich war Klaus Rusch, Hausmeister der Godehardhalle, am gestrigen Samstagabend: „Es ist wieder richtig Leben in der Bude." Recht hatte er, denn bei allerbester Stimmung gab es beim Ligaturnier der 1. Bundesliga Standardformationen großartigen Tanzsport zu sehen. Einziger Wermuttropfen, die Formation des TSC Schwarz-Gold im ASC Göttingen belegte im Heimspiel „nur" einen guten 4. Platz. Souverän siegte der Braunschweiger TSC vor Dauerkonkurrent 1. TC Ludwigsburg.

Lang war die Schlange, die sich am Einlass der Godehardhalle gebildet hatte, Tanzsport ist in Göttingen total angesagt – und ganz besonders Formationstanz. Viel Prominenz hatte sich in der guten alten Godehardsporthalle eingefunden. Innen- und Sportminister Uwe Schünemann mit Gattin Ines war ebenso mit dabei, wie Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer, Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel, MdB Lutz Knopek und und und...

Die Formationen stellten sich vor, natürlich war der Jubel bei den Göttingern am größten. Dann verschwanden sie in den Katakomben, um sich aufzuwärmen.

Es folgte eine Jump Style - Demonstration, Bässe wummerten durch die Godehardhalle, heizten den gut 1.500 Zuschauern ordentlich ein.   ...

Rot-Weiß Kassel machte mit dem Thema Zorro, der mehr als ein Fluch der Karibik daherkam, den Auftakt. ...
Es folgte der große Göttinger Konkurrent um Platz drei: Schwarz-Weiß Berlin, die mit Horst Beer einen ehemaligen Einzelweltmeister (lateinamerikanisch) als Trainer einsetzten und mit anspruchsvollen Schrittkombinationen und schönen Bildern überzeugten. Ein ganz klarer Platz im großen Finale.
Die folgenden Nürnberger setzten auf „Abba" und lieferten einen Vortrag ohne die ganz großen Höhepunkte ab. Knapp im Finale.
Ein tanzbares Medley aus Rocksongs brachten die favourisierten Braunschweiger aufs Tanzparkett. Sie spulten routiniert ihr anspruchsvolles Programm herunter.
Tänzerisch gut, aber musikalisch mit Madonna wohl eher schlecht beraten, zeigte sich Step by Step aus Oberhausen. Sie tanzten am großen Finale vorbei.
„Kassel grüßt Göttingen", Trainer Markus Zimmermann coachte engagiert und voller Inbrunst das Göttinger Team mit schönen Bildern und schwierigen Schrittkombinationen ins große Finale.
Queens Bohemian Rhapsody zeigte der 1. TC Ludwigsburg, Dauerkonkurrent der Braunschweiger, ein sicherer Finalkandidat, der beim Publikum ankam.
Den Abschluss bildete Aufsteiger T.C.H. Oldenburg, das Team fiel etwas ab – nur kleines Finale.
In der Halbzeitpause war Zeit genug, um über eigene Tanzerfahrungen zu sprechen. Das Goldene Tanzsportabzeichen hat Lutz Knopek in seiner Jugend gemacht. Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer berichtete von seinem Tanzkurs in der Schule. „Den habe ich gleich zwei Mal gemacht, weil's zu wenig Männer gab! Ob's geholfen hat muss man meine Frau fragen..."

Im kleinen Finale setzte sich Oberhausen vor Kassel und Oldenburg durch. Für den Letztplatzierten gab's eine Torte – eine Geburtstagstorte für Trainer Holger Jäckel.

20110206extratip-IIIm großen Finale begannen die Braunschweiger, die Ludwigsburger beobachteten kritisch und sahen den Sturz eines Braunschweiger Herren. War Platz 1 damit weg? Die Ludwigsburger witterten eine Chance und legten eine ausgezeichnete Kür hin – so empfand es zumindest das Publikum.
Die Nürnberger steigerten sich im Finale nicht, dafür aber die Berliner: Stark im Ausdruck, die Bilder stimmig und der Rhythmus passte.
Die Göttinger, als Letzte an der Reihe, tanzten noch risikobereiter als in Durchgang 1 - und noch besser, auch wenn am Ende ein Schuh am Rande der Fläche liegen blieb. Standing Ovations von den Rängen für „Romeo & Julia".
Die Wertung: Die technisch schwierigste Kür der Braunschweiger wurde mit 7 Mal mit Platz 1 bewertet, Ludwigsburg bekam 7 Mal Platz 2, Ernüchterung bei den Göttingern: 6 Mal die 3 und 1 Mal die 4 für Berlin. Die Göttinger bekammen 5 Mal die 4, 1 Mal die 5 ... und 1 Mal die 3.
„Die Berliner Leistung war nicht so viel besser", meinte der Göttinger Coach Zimmermann kämpferisch. „Wir müssen noch an einigem arbeiten!"
Die Braunschweiger wurden verdient Sieger, weil sie das derzeit anspruchsvollste Programm mit schnellen Schrittfolgen tanzen. „Der Abstand zwischen Braunschweig und Ludwigsburg war an diesem Abend allerdings nicht sehr groß", erklärte Wertungsrichter Norbert Glohr aus Elmshorn nach dem Wettkampf. Und: „Der Sturz des Braunschweiger Herren hatte keinen Einfluss auf die Wertung gehabt, weil er gleich wieder in die Formation hineingekommen ist."

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 12:35 Uhr